25.10.2018

ELTERN IM SPORT

Fast alle Kinder lieben es, sich zu bewegen. Eltern brauchen den natürlichen Bewegungsdrang ihres Kleinkindes nicht einmal zu fördern. Wenn sie ihm früh signalisieren, dass sie stolz auf seine neu erlernten motorischen Fertigkeiten sind und wenn sie es ertragen, dass es gelegentlich wegen einer Beule oder eines aufgeschlagenen Knies zu Tränen kommt, haben Eltern bereits die erste Stufe der „Talentförderung“ ihres Kindes gemeistert.

Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass Bewegung Freude macht. Nicht Angelique Kerber oder Christiano Ronaldo sind dann in den Augen der Kinder die „Helden des Sports“, sondern Mama und Papa. Ein „bewegter und bewegender“ Alltag in der Familie trägt mehr zur (Bewegungs-) Freude des Kindes bei, als seine frühe Anmeldung in einem Sportverein. Das hat Zeit bis zum Schulalter.

Die Zielformulierung fast aller engagierter Eltern: Jedes Kind sollte eine Sportart betreiben! Bedauerlicher Weise gehen da die Vorstellungen von Eltern und Kindern manchmal auseinander. Während Papa vielleicht die sportliche Zukunft seines Sohnes im heimischen Tennisverein sieht, möchte der Filius unbedingt das Kick-Boxen erlernen. Kein Problem, wenn Eltern ausnahmsweise einmal das machen, was ihr Kind möchte. Es ist nicht wichtig, welchen Sport die Tochter betreibt, sondern dass sie Freude daran hat. Erfahrungsgemäß wechseln Kinder häufig ihren „Lieblingssport“. Untersuchungen zeigen, dass erfolgreiche Leistungssportler in ihrer Kindheit und Jugend meist andere und wechselnde Sportarten betrieben haben. Das schult unterschiedliche Kompetenzen und dient der Motivation.

Wenn Eltern allerdings Glück haben, findet ihr Kind „seinen“ Sport bei Zeiten. Nicht selten springt dann die Leidenschaft auch auf Eltern über. Und so kommt es, dass „Fußballermamas“ das Bambini-Kleinfeld rauf und runter rennen und Papas bei jeder Rudelbildung auf dem Fußballplatz mittendrin sind. Ab dann werden Trainings- und Wettkampfpläne des Kindes das Familienleben nachhaltig mitbestimmen. Eltern sind schnell eingebunden in den Shuttleservice zu Training und Wettkampf. Sie führen mit Gleichgesinnten Gespräche über sportgerechte Ernährung, sie Trösten nach Niederlagen, Loben bei Erfolgen, Waschen verschwitzte Trikots, kaufen neue Sportgeräte usw. Die gemeinsame Leidenschaft von Eltern und Kindern für den Sport kann ein positives Zusammenleben in der Familie nachhaltig fördern.

Hier noch ein paar Tipps für Eltern:

Und wenn Ihr Kind überhaupt kein Interesse am Sport haben sollte, akzeptieren Sie das. Vielleicht wird ja mal ein David Garrett aus ihm…

Reinhard Baumann

Dipl.-Sozialpädagoge