Nachrichten

19.07.2018

Nur Mut! – Wenn nach den Ferien ein neuer Abschnitt beginnt


Nach den Sommerferien beginnt für viele Kinder und auch ihre Eltern eine aufregende Zeit – die einen wechseln nach der Grundschulzeit in die weiterführende Schule, bei anderen steht der allererste Schultag bevor und die Kleinsten kommen vielleicht in den Kindergarten oder die Kinderkrippe.

Übergänge sind für alle Beteiligten eine riesen Herausforderung, bieten jedoch auch eine tolle Möglichkeit, die Entwicklung des Kindes zu fördern und das Selbstvertrauen zu stärken. Nicht zuletzt wird einem als Eltern wieder einmal klar, wie groß die Kinder doch schon geworden sind. In den Stolz der Eltern und die Vorfreude der Kinder, mischen sich bei Mama und Papa häufig auch Sorgen:

Wie wird mein Kind in der neuen Situation zu Recht kommen?

Was ist, wenn mein Sohn keinen Anschluss findet oder von anderen sogar geärgert wird?

Kann meine Tochter die Anforderungen leisten?

  • Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu

 

Einer der bedeutendsten Bausteine für erfolgreiches Lernen ist Selbstvertrauen – sich etwas zutrauen. Wenn Sie Ihrer Tochter zutrauen, es zu schaffen, dann traut sich das auch selbst zu. Dann wird sie Erfolgserlebnisse haben, Stolz und Selbstvertrauen entwickeln.

Zu lernen, mit Herausforderungen umzugehen, macht unsere Kinder zu starken Persönlichkeiten und ermutigt sie, auch in Zukunft sich optimistisch den Situationen des Lebens zu stellen.

  • Hören Sie zu

 

Seien Sie aufmerksam und haben Sie ein offenes Ohr für Ihr Kind. Das gibt Halt und schafft Vertrauen, dass Sie da sind, auch wenn mal etwas schief läuft. Außerdem erfahren Sie so am Besten, was Ihre Tochter oder Ihren Sohn beschäftigt und können sich an den Erfolgen mitfreuen.

Zuhören – nicht ausfragen! – vermittelt das Gefühl, wichtig zu sein, geliebt und verstanden zu werden. So geben Sie Ihrem Kind Halt und es lernt ganz nebenbei, ohne Angst auch in schwierigen Situationen um Unterstützung zu bitten.

  • Geduld und Verständnis

 

Wenn Ihnen jemand ungefragt helfen will, bekommen Sie auch sofort den Eindruck „der denkt ich kann das nicht allein“. Ihren Kindern geht es da nicht anders. Geben Sie das richtige Maß an Freiraum und greifen Sie nicht zu früh ein.

  • Auch mal Fehler machen dürfen

 

Aus Fehlern kann man viel lernen und sie bieten Anlass für Lösungsstrategien. Darüber hinaus macht Ihr Kind die Erfahrung, dass ein Problem kein Weltuntergang sein muss. Nutzen Sie die Fehler vielmehr als ein Instrument des Lernens.

Anerkennung und Ermutigung mit einer großen Portion Optimismus, Vertrauen und Vorfreude sind in dieser Zeit wahrscheinlich die größten Geschenke, die Sie Ihren Kindern machen können.

„Man muss an sich selbst glauben, das ist das Geheimnis.“ Charly Chaplin

 

Dipl.-Psych. Katharina Bauer


29.06.2018

Tipps für einen entspannten Familienurlaub


Die Sommerferien haben begonnen und viele Familien freuen sich auf den ersehnten Familienurlaub. Damit die gemeinsamen Tage in den Bergen, am Meer oder in einer interessanten Stadt von allen als schöne Zeit in Erinnerung bleiben, sollte man einige Dinge beachten. Eins ist klar, je entspannter die Eltern mit den verschiedensten Situationen umgehen, desto entspannter sind auch die Kinder.

Planen Sie gemeinsam

Jeder in der Familie hat andere Vorlieben und Bedürfnisse. Entsprechend ausgewogen sollte die Planung der Urlaubsaktivitäten sein. Strand, Sightseeing, Kultur und Bewegung – die Mischung macht’s. So kommt jeder auf seine Kosten und die mitunter sehr unterschiedlichen Eindrücke bleiben in guter Erinnerung. Gestalten Sie zur Vorbereitung zum Beispiel ein Zeichenblockpapier mit den Ideen, Wünschen und Ausflugszielen, so kommt jeder auf seine Kosten. Von gemeinsamen Erlebnissen profitiert die ganze Familie, sie schaffen Zusammenhalt. Dabei gilt: Weniger ist oft mehr.

Gelassen bleiben

Gestalten Sie die Anreise an den Urlaubsort mit ausreichend Pausen und Abwechslungen. Denken Sie an Hörspiele, Musik und Malsachen und halten Sie lustige Spiele bereit wie „Tierraten“ oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Am Urlaubsort angekommen vereinbaren Sie „Ruhepausen“, in denen kleinere Kinder ihren Mittagsschlaf machen können, ältere Kinder sich für einen vereinbarten Zeitraum selbst beschäftigen und Eltern auch einmal dazu kommen, zur Ruhe zu kommen oder ein Buch lesen können. Wenn Sie im Vorfeld über solche „Ruheinseln“ sprechen, akzeptieren Kinder erfahrungsgemäß solche Vereinbarungen – denn anschließend startet wieder ein gemeinsames Programm.

Gemeinsame Projekte

Viel Spaß macht es auch, gemeinsame Projekte während des Urlaubs zu realisieren. So kann man ein gemeinsames Urlaubstagesbuch erstellen oder die Kinder dokumentieren jeden Abend, was ihnen am Tag besonders gut gefallen hat, bzw. am Vormittag, was am Vortag besonders schön war. Je nach Alter der Kinder kann nach Herzenslust gemalt und geschrieben werden. Bilder, Postkarten, Eintrittstickets, kleine Fundstücke, gepresste Blumen und Pflanzen etc. können eingeklebt werden – so entsteht eine wunderschöne bleibende Erinnerung an den Urlaub.

Erwartungen reduzieren

Rechnen Sie damit, dass Ihre Kinder sich auch im Urlaub streiten werden und auch Sie Ihre ganz persönlichen Macken behalten werden. Weder das Wetter und den Strand noch die Mitmenschen können Sie verändern. Die einzige Möglichkeit, mit diesen Unwägbarkeiten zu Recht zu kommen, liegt im gelassenen Umgang mit ihnen.

Lieblingsspielzeug einpacken

Während der Reise ist es für Kinder besonders schön, wenn sie ihre Lieblingsspielsachen dabei haben. Es bietet sich an, einen kleineren Rucksack mitzunehmen, den das Kind selbst befüllen darf. Wenn Sie den Rucksack klein wählen, wird sich Ihr Kind auf seine Lieblingsspielsachen beschränken. Ein kleines Kissen haben Kinder meist gerne dabei, es dient für ein Nickerchen im Auto, Zug oder Flugzeug – und es riecht wie das obligatorische Lieblingsstofftier herrlich nach Zuhause.

Routinen beibehalten

Gerade im Urlaub mit Kleinkind oder Baby sind Routinen wichtig. Regelmäßige Essenszeiten, genügend Freizeit zum Spielen und Toben und die Gutenacht-Geschichte vor dem Schlafen sorgen für die notwendige Routine im Urlaub. Auch Ausflüge können an den Gewohnheiten der Kinder angepasst werden. Wenn Sie etwas unternehmen wollen, fahren Sie zur Mittagszeit, damit Ihre Kinder auf dem Weg zum Ausflugsort schlafen können. Gut ausgeschlafen und mit neuer Energie machen Wanderungen und Besichtigungen auch den Kleinen Spaß.

Kirsten Hückel-Dege

Dipl.-Sozialpädagogin


21.06.2018

„Zieh dir endlich Schuhe an!“


Eltern mögen es nicht, wenn Kinder barfuß laufen. Kinder könnten sich verletzen, kalte Füße bekommen und abends müssten Eltern die schwarzen Fußsohlen irgendwie wieder sauber bekommen. Aber: In Kinderschuhen sind die kleinen Füße ruhig gestellt, verlieren ihre „Erdung“, können kaum eine gesunde Fußmuskulatur aufbauen. Barfuß spüren Kinder das Kitzeln der Grashalme an der Fußsohle, nehmen war, ob eine Wiese feucht oder trocken ist und ob die Steine rund oder spitz sind. Den Sommer mit bloßen Füßen spüren zu dürfen, gibt Freiheit! Gehen Sie mit Ihrem Kind mal barfuß durch den Wald, schleichen Sie miteinander über eine Wiese, steigen Sie in einen Bach oder laufen Sie mit verbundenen Augen auf einem Barfußpfad. Sprechen Sie darüber, was die Füße „sagen“. Ähnlich unseren Handinnenflächen sind unsere Fußsohlen sehr empfindlich. Wir können mit den Füßen tasten, sogar Gegenstände erraten und mit unseren Zehen greifen: Eine Muschel, einen Tannenzapfen, ein Stück Faden oder ein Tuch werden zum Spielzeug. Barfußlaufen schult die Wahrnehmung von Kindern und erweitert ihren Horizont! Auf der Fußsohle liegen Reflexzonen. Das sind Nervenendpunkte, die über das Meridiansystem mit Körperorganen verbunden sind. Wer barfuß geht, stimuliert diese und tut seinem Körper etwas Gutes. Die Durchblutung wird verbessert, das kurbelt das Immunsystem an. Wenn Kinder viel barfuß laufen ist das der beste Schutz für blanke Füße. Es bildet sich schnell eine schützende Hornhaut an den Fußsohlen. Natürlich achten Sie darauf, dass Ihr Kind nur dort barfuß unterwegs ist, wo keine Glassplitter, Dornen, heißer Teer, Sand oder Wespen lauern. Auch zu Hause ist barfußlaufen bei Hitze eine Wohltat, denn meist sind glatte Böden kühl. Und in der übrigen Jahreszeit sind alte Rutschsocken aus Sicht der älteren Kinder hundertmal besser als Hausschuhe. Mit ihnen kann man über Parkettböden schlittern, sich über Holzdielen ziehen lassen oder auf Fliesen Kunststücke ausprobieren. So fördern ein paar alte Socken kindliche Bewegungsfreude, schulen Körperbeherrschung und sorgen für gutes Gleichgewichtsgefühl.

Reinhard Baumann

Diplom-Sozialpädagoge


13.04.2018

Kinder und Konsum


Was brauchen Kinder zum Großwerden

Eltern wollen ihren Kindern stets Neues bieten und ihnen die Nutzung ihrer Potenziale ermöglichen. Man findet daher ein überwältigendes Angebot an Spielzeugen, lehrreichen Filmen und Apps, die genau das leisten sollen. Was aber braucht ein Kind tatsächlich und welches Lernspielzeug ist wirklich effektiv? Ein Blick auf die Hirnentwicklung hilft ein wenig, Werbeversprechen einzuordnen:

Das Großhirn wird durch eigene Erfahrungen geformt: Nur diejenigen Verknüpfungen, die in der konkreten Lebenswelt regelmäßig aktiviert werden, bleiben bestehen. Dazu brauchen Kinder Erfahrungen, die sie selbst machen – mit Dingen, die sie verstehen und gestalten können. Alltagsgegenstände beispielsweise sind leichter für Kinder begreifbar und gestaltbar als Filminhalte. Dort lernen Kinder bloß, dass Dinge einfach hinzunehmen sind, ohne hinterfragt zu werden.

Stattdessen sind es einfache motorische Tätigkeiten wie Singen, Balancieren oder Klettern, die eigene Körpererfahrungen bieten. Diese bringen Kinder auch kognitiv weiter: Melodien müssen auswendig gelernt und punktgenau wiedergegeben werden. Hier fördern Kinder Feinmotorik und ggf. soziale Kompetenz. Ein Nebeneffekt: Gutes Körpergefühl erleichtert Studien zufolge etwa das abstrakte Denken.

Eltern können das Überangebot als Chance sehen, ihre Kinder zu lehren, den Unterschied zwischen Wünschen und echten Bedürfnissen zu erkennen. Kurzfristige Wünsche können aufgeschoben, grundsätzliche Bedürfnisse nach Geborgenheit, Liebe und Aufmerksamkeit sollen aber befriedigt werden, um Kinder selbstbewusst und eigenständig werden zu lassen.

Wenn sich aber jeder Wunsch wie ein Bedürfnis anfühlt, entsteht bereits eine Herausforderung darin, die echten Bedürfnisse zu spüren und ausdrücken zu lernen. Dies ist aber für die Entwicklung eines selbständigen und kreativen Menschen wichtig.

Bleiben Bedürfnisse unerfüllt, stimulieren sie eher den Konsum von Ersatzbefriedigungen. Wenn Kleidung oder elektronische Gadgets allerdings Minderwertigkeitsgefühle vermindern sollen, kann ein ständiges Suchen nach Neuem entstehen, das abhängig macht. Die Folge sind oft unzufriedene Kinder und Eltern, die sich schwach fühlen, weil das Kind dennoch unzufrieden bleibt. Dies kann einerseits zum Verlust an Selbstwert und Selbstvertrauen führen, andererseits Schuldgefühle und Aggressionen auslösen.

Kinder mit schwachem Selbstbewusstsein sind wiederum empfänglicher für Versprechungen aus der Werbung, die sich stark an Grundbedürfnissen orientiert. Klar ist, Werbung soll zum Kauf animieren und Kinder sind eine wichtige Zielgruppe, weil sie einen riesigen Einfluss auf das Kaufverhalten ihrer Eltern haben.

Es ist eine Aufgabe der Eltern, diesen Einfluss zu vermindern. Am besten geschieht dies, lange bevor Gruppendruck von Gleichaltrigen oder die Werbung ihren Beitrag zum Konsumverhalten der Kinder leisten, indem sie selbst als Vorbilder auftreten.

Marzena Kowalski-Zimmer

M. A. Diplom-Sozialpädagogin


13.04.2018

Der Jahresbericht 2017 ist fertig!


Jahresbericht 2017


16.03.2018

Bevor der Kragen platzt


Wir lieben unsere Kinder heiß und innig und dennoch bringen sie uns manchmal in kurzer Zeit zur Weißglut. Auch Eltern haben wütende Gedanken, das ist menschlich – wir dürfen diese jedoch nicht in die Tat umsetzen – wir müssen unsere Wut kanalisieren, denn „unser eigener Zorn und Verdruss tut uns mehr Schaden an, als das, was uns zum Zorn veranlasst.“

Eltern empfinden ihre Kinder zwischen 2,5 und 4 Jahren am ungehorsamsten, was am erwachenden eigenen Willen der Kleinen liegt: Keine Mauer ist zu hoch und kein Wasserhahn weit genug entfernt und Fernbedienungen ein begehrtes Spielzeug. Das kann nerven und Kinder sind mit einfachen ermahnenden Worten nicht zu erreichen! Dafür fehlt noch das Sprach- und Weltverständnis. Sind Eltern gestresst und überfordert, werden die Worte schnell lauter und der Schritt von der Lautstärke zur körperlichen Gewalt ist nur noch ganz klein – auch wenn Eltern sich  vorgenommen haben, ihre Kinder nicht anzuschreien und zu schlagen.

Es geht ganz schnell, dass Eltern und Kinder in einen Teufelskreis geraten, der zu immer massiveren Formen der wechselseitigen Provokation führt. Schon kleine Kinder wissen, wie sie ihre Eltern auf 180 bringen und so sehr, sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, was wiederum das auffällige Verhalten verstärkt.

Umso jünger ein Kind ist, desto wichtiger ist es, dass wir unsere negativen Gefühle im Griff haben. Kleine Kinder leben noch in einer engen Verbundenheit mit den Eltern und beziehen das elterliche Verhalten auf sich. Bei unkontrolliertem Strafen und Schimpfen fühlen sich Kinder als Person abgelehnt und in ihrem Selbstwert verletzt.

Heftige Gefühlsausbrüche der Eltern erschrecken und stellen ein schlechtes Beispiel dar.

Wenn wir als Eltern immer wieder zu schnell und zu heftig reagieren, müssen wir uns selbstkritisch fragen:

Wie haben wir gelernt mit Konflikten umzugehen? Müssen wir als Gewinner aus einer Situation herausgehen oder geben wir uns mit einer Win–win-Situation zufrieden? Achten wir auf unsere sprachliche Ausdrucksfähigkeit!  Mit erhobenen Zeigefinger, ständiger Kritik und Vorbehalten geraten Eltern schnell in einen Teufelskreis. Ich –Botschaften, rechtzeitig formuliert, können einen Ausweg darstellen. Diese kommen sowohl in der Erwachsenenwelt als auch in der Kinderwelt gut an und schaffen eine konstruktive Atmosphäre, in der Lösungen gut und schnell gefunden werden können.

Voraussetzung ist, dass Eltern erst einmal wahrnehmen, wie sich ihr Körper anfühlt und diesem Gefühl auch Worte geben, die Kinder verstehen können. Die Kinder wissen nun, wie den Eltern gerade zu Mute ist.

Reaktionen der Eltern werden dann nicht als willkürlich empfunden. Ich–Botschaften dienen dem friedlichen Miteinander, schonen die Nerven und funktionieren so:

  1. Ich bin … (Gefühl)
  2. wenn/weil Du … (Auslöser)
  3. Ich möchte … (Ziel, Erwartung)

„Ich bin von der Arbeit gestresst. Ich möchte erst einmal kurz Ruhe haben – spielt doch noch kurz alleine – dann habe ich Zeit für Euch!“

„Ich bin ganz schön wütend, wenn ich sehe, dass die Puzzleteile am Boden verstreut sind. Ich möchte, dass wir sie zusammen aufräumen, dann können wir was anderes spielen!“

Der Ton und die Körperhaltung sind entscheidend für die elterliche Botschaft. Die Erfahrung zeigt: Gibt man seinem Ärger Ausdruck mit angemessenen Worten, hat man schon einmal gehörig Dampf abgelassen.

Was kann das Ausrasten noch verhindern, wenn die Ampel schon auf rot steht? Versuchen Sie es folgendermaßen:

Versuchen Sie wahrzunehmen, wie sich ihr Körper anfühlt.

Atmen Sie mindestens 3mal tief durch.

Zählen Sie langsam rückwärts (20,19,18, ….)

Denken Sie beruhigende Gedanken.

Sprechen Sie mit sich selbst: Denken Sie laut über Lösungen nach.

Denken Sie später in alle Ruhe darüber nach, was geholfen hat und was Sie in Zukunft anders machen können.

Faustregel:

Gehen Sie nie wütend zu Ihrem Kind, kontrollieren Sie Ihren Ärger! Vielleicht hilft auch die Vorstellung, sich selbst auf einem Monitor zu beobachten, in ein Kissen zu boxen, mit den Kindern an die frische Luft gehen oder Ihre ganz individuelle Lösung. Machen Sie sich aber Gedanken, bevor es soweit ist!

Bevor eine Situation vollständig eskaliert:  Das Kind sichern und aus der  Situation gehen.

Wenn Ihnen dennoch einmal der Kragen platzt, entschuldigen Sie sich bei Ihrem Kind. Sollten Sie immer wieder in den Teufelskreis aggressiven Verhaltens in Familien geraten, wenden Sie sich an eine Beratungsstelle, um nach friedlichen Lösungen zu suchen. Die Verantwortung für ein friedliches Miteinander in der Familie liegt bei den Erwachsenen.

Carola Möller

Dipl.-Pädagogin


02.02.2018

Zeugnisse


Diese Woche gab es Halbjahreszeugnisse, was für den einen Grund zur Freude war und für andere ein Warnschuss dafür sein könnte, künftig mehr zu tun, um die Versetzung am Ende des Schuljahres zu schaffen. Wie sollen Eltern sich verhalten, wenn die Zensuren schlecht ausfallen oder die Versetzung gefährdet ist?

Trösten

Fällt das Zeugnis Ihres Kindes nicht so aus wie erhofft, braucht Ihr Kind von Ihnen in dieser Situation zuallererst Trost und die unmissverständliche Versicherung, dass es von Ihnen weiterhin bedingungslos geliebt wird. Machen Sie sich bewusst, dass Kinder gerade bei schlechten Noten, Ihre Anerkennung für Bemühungen und Anstrengungen brauchen.

Locker bleiben

Sind Eltern sehr emotional, kritisieren sie ihr Kind mitunter undifferenziert. Nach dem Motto: „Schon immer wusste ich, dass du ein Versager bist.“ Solche Sätze nagen am Selbstwertgefühl. Sagen Sie ganz genau, auf welche Leistungen Ihres Kindes Sie stolz sind und welche Noten besser sein könnten. Poltern Sie nicht direkt los. Fragen Sie Ihr Kind, womit es selber zufrieden oder unzufrieden ist. Loben Sie gute Leistungen. Gab es Absprachen, die nicht eingehalten wurden, müssen Eltern dies ansprechen und Konsequenzen folgen lassen.

Vielleicht hilft es Ihnen, sich klar zu machen, dass der gesamte Lebenserfolg nicht von einem einzigen Zeugnis abhängt, und Sie selbst auch die eine oder andere „Schleife“ gedreht haben, um zum Ziel zu kommen.

Ursachen suchen

Setzen Sie sich in Ruhe mit Ihrem Kind zusammen, um gemeinsam herauszufinden, wo die Ursachen für schlechte Zensuren liegen. Sehen Sie die Stärken und weniger die Defizite im Zeugnis. Schaut man auf das, was das Kind gut kann, gibt das unglaublichen Rückenwind und motiviert Ihr Kind weiterzumachen, statt den Kopf in den Sand zu stecken.

Suchen Sie das Gespräch mit den Lehrkräften, um sich gegebenenfalls das Zustande-kommen einzelner Noten erklären zu lassen. Verfallen Sie nicht in Panik und schimpfen Sie nicht. Ein Termin in einer Familienberatungsstelle kann helfen, gemeinsam Ursachen und Lösungen für schlechte Noten herauszufinden, Zukunftsideen zu entwickeln und das möglicherweise angespannte familiäre Miteinander zu entlasten.

Realistisch sein

Fragen Sie sich selbstkritisch, ob Ihre Erwartungen realistisch oder die Entscheidung der Schulwahl richtig sind. Können Kinder auf Dauer die Erwartungen ihrer Eltern nicht erfüllen oder dem Leistungsdruck in der Schule nicht standhalten, können sich Ängste oder körperliche Symptome wie Bauchweh oder Kopfschmerzen entwickeln. Hat das Kind erst aufs Gymnasium gewechselt, ist dies die erste Rückmeldung, die nicht überbewertet werden sollte. Die Umstellung auf neue Lehrer, Fächer und Mitschüler kann dauern und sollte kein Grund sein, in Panik auszubrechen.

Zukunftsplanung

Versuchen Sie „nach dem ersten Schreck“ den Blick wieder nach vorne zu richten. Schmieden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Pläne für die Zukunft. An einem Gespräch mit der Schule sollte Ihr Kind unbedingt teilnehmen, dies fördert Verantwortungsbewusstsein und Selbstwirksamkeit – beides gute Begleiter für ein zufriedenes und erfolgreiches Leben.

Klären Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Unterstützung von wem hilfreich sein kann. Setzen Sie gemeinsam realistische Ziele. Halten Sie im kommenden Halbjahr regelmäßigen Kontakt zur Schule und widerstehen Sie dem Drang, Ihr Kind ab jetzt übermäßig zu kontrollieren.

Pubertät

In der Pubertät werden bei den meisten Schülern die Noten schlechter und Eltern haben das Gefühl bei ihren Kindern „an eine Wand zu reden“. Im Gehirn finden großräumige Umbauarbeiten statt, so dass die Mechanismen, die für eine Balance zwischen Gefühlen und rationalen Erwägungen sorgen, zeitweise besonders störanfällig sind. Forscher vom University College in London machen auf ein Regelwerk im Gehirn aufmerksam, das in diesem Alter besonders sensibel reagiert: Das Belohnungssystem. Jugendliche lernen deshalb fast ausschließlich durch Belohnung, nicht durch Bestrafung. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass Jugendliche mehr von positivem als von negativem Feedback der Eltern profitieren könnten, um ihr Verhalten zu verbessern“, folgern die Autoren der Studie.

Kirsten Hückel-Dege

Diplom-Sozial-Pädagogin


08.01.2018

Streit unter Geschwistern


Sie kennen das: Der Ton unter ihren Kindern wird lauter, geht über in Schubsen, Rempeln, Kneifen. Manchmal fliegen dann auch Spielsachen und gelegentlich sogar Fäuste. Bitterliches Weinen und die Erwartung an Sie, dem geschwisterlichen Aggressor endlich Einhalt zu gebieten, ihn als Schuldigen zu verurteilen und sogleich die eigene Unschuld zu bestätigen, sind Folgen des Streites.

Kain und Abel – der Geschwisterkonflikt ist ein gewöhnliches Phänomen! Aber Konflikte stehen im Widerspruch zu unserem Ideal von einem liebenden und friedvollen Umgang in der Familie. Schnell drängt sich die Frage auf: Was haben wir Eltern falsch gemacht? Ich greife vorweg: Vermutlich wenig oder nichts!

Denn die Bandbreite geschwisterlicher Beziehungen ist groß. Liebe und Hass scheinen sich in Minutenabständen abzuwechseln. Neutralität gibt es kaum. Niemand kann sich seinen Bruder, seine Schwester oder seine Rangfolge in der Geschwisterreihe aussuchen. Mit jedem Familienzuwachs ändert sich die Aufmerksamkeit der Eltern. Rivalität, Abneigung und Feindschaft gehören zum täglichen Brot, sobald mehr als ein Kind mit Mutter und Vater aufwächst. Natürlich gibt es auch das Gegenteil: Ein 10-Jähriger, der seine kleine Schwester vergöttert und um deren Zuneigung buhlt, ist ein Beispiel dafür. Die meisten Eltern berichten: „Die lieben und die hassen sich!“ Geschwisterkinder sind untereinander nicht nachtragend aber auch nicht gleichgültig. Wehe, die Bedrohung kommt von außen. Dann halten die „Todfeinde“ zusammen wie Pech und Schwefel, gelegentlich sogar gegenüber den eigenen Eltern.

Auch wenn es die Eltern noch so nervt, Aggressionen unter Geschwistern haben für Kinder auch eine entwicklungsfördernde Funktion. Kinder lernen im geschützten Raum der Familie die eigene Stärken und Schwächen kennen, lernen zu gewinnen und zu verlieren, können ihre Spannungen abbauen. „Kämpfen macht Spaß“, antworten kleine Jungen, wenn man sie fragt, warum sie streiten. Die Toleranz der streitenden Kinder ist weitaus größer als die der Erwachsenen.

Was können Eltern tun?

Ein paar Vorschläge:

  • Greifen Sie erst ein, wenn die Kinder sich körperlich oder verbal verletzen oder Gegenstände zerstören
  • Vermeiden Sie lange Diskussionen, handeln Sie klar, separieren Sie die Streitenden und lassen Sie sich nicht in die Rolle des Richters drängen (Kind: „Der hat angefangen!“; Mutter: „Du hast mitgemacht!“)
  • Erst wenn die Emotionen bei ihnen und ihren Kindern abgeklungen sind, können sie andere Konfliktlösungsstrategien besprechen
  • Stellen Sie Regeln auf, die für alle Kinder gelten
  • Vermeiden Sie, die Kinder zu vergleichen und eines als Vorbild für das andere zu nehmen
  • Machen Sie altersgemäße Unterschiede (z. B.: Wer älter ist, darf auch länger aufbleiben.)
  • Schauen Sie mal in den Spiegel: Wie gehen Sie mit Konflikten um?

Geschwisterkonflikte klingen mit zunehmender Autonomieentwicklung der Kinder ab. Nach einer Zeit relativer Gleichgültigkeit werden Geschwister nicht selten „beste Freude“. Und am Ende unseres Lebens haben wir meist mit keinem Menschen eine längere Zeitspanne verbracht als mit unseren Geschwistern.

Reinhard Baumann

Dipl.-Sozialpädagoge


28.09.2017

„Hilfe– mein Kind ist immer noch nicht trocken …“


denken viele Eltern von zwei- bis dreijährigen Kindern beim stolzen Berichten anderer Eltern über die Erfolge ihrer Kinder.

Es ist immer noch sehr verbreitet, dass der zweite Geburtstag spätestens der Start für ein Sauberkeitstraining sein soll, obwohl dies wissenschaftlich widerlegt ist. Heute weiß man, damit ein Kind überhaupt fähig ist, sauber zu werden, müssen die Nervenbahnen zwischen Blase/Darm und Gehirn erst ausreifen und dies ist frühestens am Ende des zweiten Lebensjahres, häufig jedoch erst im Laufe des dritten Lebensjahres, so differenziert geschehen, dass ein Kind zur perfekten Kontrolle seines Schließmuskels fähig ist.

Das Kind darf sich auch zu Beginn des 3. Lebensjahres noch Zeit lassen, da das Sauberwerden von Kind zu Kind (auch zwischen Geschwistern) sehr unterschiedlich sein kann und auch durch andere aufregende Geschehnisse in der Familie wie die Geburt eines Kinder oder Umzug in den Hintergrund rücken kann. So ist manchmal ein 2-jähriges Kind an Toilette und Töpfchen sehr interessiert und ein 3-jähriger weiß noch nichts damit anzufangen.

Eltern können das Tempo des Sauberwerdens nicht bestimmen, sind jedoch wichtige Begleiter.

Nach folgenden Entwicklungsschritten läuft meist der Weg zur Blasen- und Darmkontrolle ab, nennen wir es doch besser Erfolgsschritte:

  1. Erfolgsschritt:

Das Kind ist aufmerksam für die Signale im Bauch. Manchmal sagt es vielleicht auch „im Bauch drückt was“.

  1. Erfolgsschritt:

Die Eltern beobachten „ die Meldung im Nachhinein“, d.h. ein Kind setzt sich oft in die Ecke, hat noch die Windel an und macht bewusst hinein.

Den Eltern sollte nun bewusst sein, dass dies keine Panne ist, sondern dass die Meldung im Nachhinein ein wichtiger Schritt zum Erfolg und ein dickes Lob Wert ist.

  1. Erfolgsschritt:

Das Kind nimmt nicht nur den Harndrang wahr, sondern versucht auch, darauf zu reagieren, indem es trippelt, tänzelt, die Oberschenkel zusammenkneift, um den Harndrang ungeschehen zu machen. Wichtig werden jetzt die Eltern, diese Anzeichen zu erkennen und darauf zu reagieren, indem wir das Kind ansprechen: „Ich glaube, du musst Pippi machen, komm, wir versuchen es mal auf dem Töpfchen“.

  1. Erfolgsschritt:

Kinder melden ihre Empfindungen und teilen schon einmal deutlich mit: „Mama/ Papa, ich muss mal“ oder „Mama/Papa Pippi!“ Um nun rechtzeitig auf die Toilette oder das Töpfchen zu kommen, sind die Eltern gefragt.

Sendet uns das Kind Signale, dass es muss, können wir sein Bedürfnis nicht auf die lange Bank schieben, sondern müssen umgehend reagieren, denn erst in einer letzten Phase der Sauberkeitsentwicklung können Kinder Urin und Stuhlgang auch für längere Zeit einhalten.

Was noch zu überlegen ist:

  • Hat Ihr Kind schon die ersten Erfolge auf dem Töpfchen, macht es Sinn, eines auch bei Ausflügen, Besuchen usw. dabei zu haben, um auf seine Meldungen reagieren zu können.
  • Bereitet Ihrem Kind der Stuhlgang Schmerzen, achten Sie doch einmal darauf, ob Ihr Kind genug trinkt oder vollwertige Nahrung die Verdauung fördern könnte.
  • Eltern sollten ihren eigenen Toilettengang nicht tabuisieren, sondern das Kind als ganz selbstverständlich erleben lassen.
  • Vermitteln Sie Uhren Kindern nicht, dass Toilette usw. etwas Ekliges ist und nennen den Inhalt des Töpfchens „Bähh“ oder „Pfui“. Das Kind ist ja erst einmal stolz auf sein „Pippi“ oder „Kacka“ und darf es auch selbst in der Toilette runterspülen.
  • Der Weg zum Sauberwerden ist oft durch kleine Missgeschicke gekennzeichnet, deshalb sollte man auch noch über einen längeren Zeitraum Wechselwäsche dabei haben, um dem Kind aus einer misslichen Situation ohne großes Aufheben helfen zu können. Auch hilft Kleidung, die einfach und schnell zu öffnen ist.
  • Schimpfen Sie nicht, wenn das Geschäft einmal in die Hose geht. Ihr Kind macht das nicht absichtlich. Ihr Kind braucht jetzt Trost.
  • Berichten Sie Erzieherinnen oder anderen Betreuungspersonen, wenn Ihr Kind erste Signale sendet. Es ist wichtig, hier an einem Strang zu ziehen.
  • Stellen Sie sich darauf ein, dass Toiletten und alles was damit zusammenhängt in nächster Zeit hochinteressant sein können. Ihr Kind ist einfach neugierig!
  • Informieren Sie sich selbst, denn die meisten Probleme bei der Sauberkeitsentwicklung entstehen durch falsche Erwartungen und falschen Rat.

Ein Wort zu früher:

Tatsächlich war es so, dass die Sauberkeitserziehung schon nach Vollendung des ersten Lebensjahres begann. Dies hatte ganz praktische Gründe, nämlich, dass Windeln zu waschen und trocknen einen enormen Aufwand bedeuteten. Kinder wurden oft mehr als 5-mal täglich für längere Zeit aufs Töpfchen gesetzt und das eine oder andere Kind war tatsächlich sehr früh trocken.

In den letzten 30 Jahren hat sich die Sauberkeitserziehung entschärft und immer weniger Eltern erwarten eine perfekte Blasenkontrolle zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr, sondern geben ihrem Kind die Zeit, die es braucht.

Letztendlich sind gleich viele Kinder (verglichen mit früher) mit 4 Jahren stabil trocken, auch diejenigen, die man mit wesentlich weniger Stress und Aufwand in ihrer Entwicklung begleitete und auf ihr eigenes Körpergefühl achten ließ.

Ihr Kind wird es Ihnen danken, wenn Sie es auf dem Weg zum Trockenwerden einfühlsam unterstützen – ein Mosaiksteinchen zu einer selbstbewussten Persönlichkeit.

Carola Möller

Diplompädagogin


01.09.2017

Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter- Mädchen stärken und erziehen


Durchsetzungskraft, Mut und Eigenständigkeit der Mädchenfiguren in den Büchern Astrid Lindgrens sprengen alle Begrenzungen, die aufgrund des Geschlechts und des kindlichen Alters von Pippi und Ronja vom Leser erwartet werden. Obwohl das Kinderbuch „Pippi Langstrumpf“ bereits 1945 erschien und mit Rollenstereotypien aufräumt, kommt eine Studie  der Harvard Graduate School of Education 2010 zum Ergebnis, dass männliche und weibliche Teenager und ihre Eltern Vorurteile gegenüber Mädchen und Frauen haben, die eine Führungsposition übernehmen möchten.

Aber wie gelingt es Eltern, ihre Töchter zu selbstbewussten, starken und mutigen Mädchen zu erziehen, die sich irgendwann einmal selbst die Führungsposition zutrauen?

  • Trauen Sie Ihrer Tochter etwas zu! Widerstehen Sie Ihrem Impuls, jeden Stein aus dem Weg räumen zu wollen und erlauben ihr eigene Fehler und Erfahrungen zu machen. So entsteht das Gefühl, etwas selbst geschafft zu haben. Das macht stark und gibt Selbstvertrauen.
  • Selbstwirksamkeit heißt das Zauberwort! Indem Ihre Tochter ein altersangemessenes Mitspracherecht erhält, wird sie feststellen, dass sie etwas zu sagen hat und ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt. Lassen Sie sie entscheiden, ob sie die blaue oder die grüne Hose anziehen möchte und ob es am Wochenende zum Klettern oder in den Tierpark geht.
  • Konflikte erwünscht! Mädchen verhalten sich häufig angepasst, um die Anerkennung oder die Freundschaft der anderen nicht zu verlieren. Ermutigen Sie Ihre Tochter dazu, sich nicht alles gefallen zu lassen, sich zu wehren. Zeigen Sie ihr, wie sie für ein Anliegen eintritt, um das Erwünschte zu erhalten.
  • Toben, Schmutz und frische Luft ja bitte! Viele Mädchen malen und basteln gerne, spielen und toben daher seltener draußen als Jungen. Ermutigen Sie Mädchen, im Freien zu spielen – dort wichtige Erfahrungen zu sammeln. Eine solche Erziehung fördert deren motorischen Fähigkeiten, stärkt das Selbstbewusstsein und hilft, die eigenen Kräfte besser einzuschätzen. Gehen Sie Zelten, machen Sie Geocaching in fremdem Terrain und vermitteln Sie Naturerlebnisse.
  • Technik macht auch Mädchen Spaß! Nach landläufiger Meinung sind Mädchen an Technik wenig interessiert, weshalb ihnen entsprechende Angebote oft vorenthalten werden. Beteiligen Sie ihre Tochter am nächsten Reifenwechsel, beim Umbau im Haus, besuchen Sie ganz selbstverständlich (auch) technische Museen und bieten Sie entsprechendes Spielzeug an.
  • Die räumliche Wahrnehmung fördern! Die räumliche Vorstellungskraft von Jungen ist besser als die vieler Mädchen. Dies lässt sich evolutionspsychologisch erklären. Anders als die Frauen mussten sich Männer vor Jahrtausenden viele Kilometer von ihrer Hütte entfernt orientieren, um Wild zu jagen. Dieser Unterschied lässt sich allerdings durch Training relativ schnell ausgleichen. Such- und Zuordnungsspiele und das Zutrauen der Eltern, dass ihre Töchter selbst den Schulweg und ähnliche räumliche Herausforderungen meistern können, lässt Geschlechterunterschiede verschwinden.

Kirsten Hückel-Dege

Dipl.-Sozialpädagogin


Nächste Seite »